Dokumentation "Kulturelle Bildung braucht verlässliche Strukturen"

Landespolitik

Fachkongreß „Kulturelle Bildung braucht verlässliche Strukturen“ Kulturpolitische Herausforderungen für Land und Kommunen
30.und 31. Januar 2009, Katholische Akademie Freiburg und Kulturpolitische Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.

Eine Tagung im Rahmen der bundesweiten Veranstaltungsreihe der Kulturpolitischen Gesellschaft »Kultur in Deutschland – Perspektive 2020« zum Schlussbericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages.
Kulturelle Bildung erlebt seit einigen Jahren eine unglaubliche Konjunktur – auch in der Kulturpolitik. Die Überzeugung, dass wir eine ganzheitliche Kultur des Aufwachsens und der Persönlichkeitsentfaltung brauchen, stellt Kunst- und Bildungseinrichtungen vor neue Herausforderungen. Die Kultur-Enquete des Bundestages hat weitreichende Empfehlungen zur Stärkung der kulturellen Bildung gegeben. Als erstes Bundesland versucht nun Nordrhein-Westfalen, verlässliche und flächendeckende Strukturen aufzubauen.
Was ist daran für andere übertragbar? Welche Empfehlungen der Enquete sollten von Verbänden, Kommunen und der Landesregierung primär aufgegriffen werden? Welche Ziele setzen wir uns in Baden-Württemberg? Dies waren Fragen, wie sie mit unterschiedlichen Blickwinkeln während der 2 Tage in Freiburg diskutiert wurden.
Zu Anfang stand ein Überblicksreferat von Dr. Bernd Wagner (KUPOGE) zu den Empfehlungen der Enquete-Kommission. Zur kulturellen Bildung spricht die Kommission nicht nur von Schulbildung sondern auch von „außerschulischer Bildung“ als wichtigem Raum des sozialen Lernens, von großer Nachfrage und langen Wartelisten, von ungenügender „Teilhabegerechtigkeit“ und unübersichtlichen Strukturen. Beispielsweise ist eine Empfehlung aus dem Bericht, Mittelvergaben an die öffentlichen Institutionen an Angebote zur kulturellen Bildung zu knüpfen. (s.a. Kurt Eichler, Kulturpolitische Mitteilungen)
Prof. Wolfgang Zacharias, München, fragte nach: „Kulturelle Bildung stärken, aber wie?“ Er resümierte zunächste die Diskussion zur KuBi in Deutschland, seit 2001(PISA) hat die Enquete eine andere Dimension erhalten. Er spricht von drängenden aktuellen Herausforderungen:
lebenslanges Lernen
Kooperation, Vernetzung, Profilierung
Ganztagsschule und „Bildungslandschaft“
Medienumbrüche: Internet, Medienkompetenz, Pop-Kultur
Wissen um und die Akzeptanz der Vielfallt von Lernformen + Teilhabegerechtigkeit
interkulturelle Identitätsvielfalt , Differenz ist positiv
Größte Mängel in der derzeitigen öffentlichen Diskussion: große Unterschiede zwischen Aussagen und praktischem Handeln, große Unterschiede in den Infrastrukturen, Kindheit und Jugend (i.S.v. ein Bild von..) wird nicht erwähnt, für welche Generation ist kulturelle Bildung gedacht?, Einstellung und Erkenntnisse von kultureller Bildung sind oft veraltet : Oper?, Heimatmuseum? Geschichte? Ignoranz der massiven Beschleunigung der technisch/kulturellen Entwicklung.

Seine Hauptforderung: „Kulturelle Bildung braucht Markenbildung, politische Profilierung und Schwerpunktbildung in der öffentlichen Diskussion.“

Frau Krings von aus Abteilung Kultur der Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen stellte
Das »Modellland Kulturelle Bildung« Nordrhein-Westfalen vor. (www.kulturundschule.de)
Seit 3 Jahren gibt es Programm Kultur und Schule. Es findet eine konsequente Evaluierung statt, KuBi ist nur sinnvoll, wenn sie nach den Wünschen vor ort gestaltet wird. Sie muss zeitnah und zeitgemäß sein. Es beinhaltet einen Künstlerpool, Projektförderung nach Bewerbungsverfahren, Künstlervernetzung und regelmäßige Austauschgespräche. Ausschreibung von Wettbewerben der Kulturkonzepte unter den Kommunen; Stichworte: Vernetzung, Leitlinien, Projekte für kulturelle Bildung. Neu ist auch die Beteiligung von Architekten und Designern. Beispielhaftes Projekt oder Programm ist „JEKI“.Jedem Kind ein Instrument! Teilnahmekommunen der Kulturhauptstadt 2010, ab dem 1. Schuljahr, Hauptziel: Verbesserung der kulturellen Teilhabegerechtigkeit.

Es folgten zwei Foren mit unter der Teilnahme diverser Organisationen: z. Stadt Dortmund mit ihrem Gesamtkonzept zur Kulturellen Bildung: www.kulturellebildungdortmund.de;
► Tipp: an Anfang steht die Einrichtung einer Kontaktstelle für kulturelle Bildung.(Infosystem,Steuerungskreis, Beirat, Jourfixe, Jugendkulturkonferenz, OÄ und Evaluation..)
Helen Heberer, SPD Landtags-Kulturpolitische Sprecherin: „Jugendbegleiterprogramm BW ist ein billiges Feigenblatt der Landesregierung, für gemeinsame Teilhabe im schulischen Bereich, ein grundlegender Paradigmenwechsel in der Kulturellen Bildung ist nötig; fordert ein Landesaktionsplan KuBi, Künstler an die Schulen, Schulen ins Museum, Projekte im Museum, Lehrer benötigen eine kulturpädagogische Weiterbildung
► Idee: eine Kommunale Aufgabe: Geld bereitstellen für ein freiwilliges soziales Jahr in Kultureinrichtungen

Der Stellvertretende Mannheimer Theaterintendant präsentiert seine Arbeit: Kindertheater Schnawwel, Sponsoring der Theaterpädagogen durch die Wirtschaft, Pädagogen solle aber keine Künstler werden, ist für qualifizierte Projekte...Theater sei aber kein Ersatz für schulische Missstände..

Kurzer Eindruck noch aus dem Abschlußpodium „Kunst versus Kulturauftrag“:
Kinderprojekt „Hör mal“ www.freiburg.de
mehr Angebote kultureller Jugendbildung an Orten mangelnder KuBi anbieten (in Hauptschulen oder auf dem Land)
kontinuierliche Projekte garantieren, für Kinder die heute kaum mehr erreicht werden
Bsp: Projektförderung Verband der Musikalienhändler + Yamahastiftung: Instrumentenförderung; Bsp: dm-Gründer Prof. Götz W. Werner, hat daher "Singende Kindergärten" in Stuttgart initiiert. Ist das Pilotprojekt erfolgreich, wird es im Jahr 2010 auf weitere Ballungsräume und Regionen ausgeweitet werden", kündigte Erich Harsch, Vorsitzender der dm-Geschäftsführung an etc..

Hinweise und Infopool:
Landesvereinigung für KuJuBi BW: www.lkjbw.de
www.kulturundschule.de
www.kulturellebildungdortmund.de;

Kulturkonzept Freiburg, Handlungskonzept Kulturelle Bildung:
Anlage2 zur Drucksache G-07/104.
www.freiburg.de/Kulturkonzept
Regionalgruppe der KuPoGe Baden-Württemberg
Achim Könneke • Stadt Freiburg • Kulturamt • kulturamt(at)stadt-freiburg.de

 
 

Newsletter SPD Kulturforum

Liebe Freundinnen und Freunde des Kulturforums,
der neue Newsletter des SPD Kulturforums ist erschienen. Es besteht auch die Möglichkeit des downloads unter:
http://www.kulturforen.de/servlet/PB/menu/-1/index.html
Freundliche Grüße

Dr. Klaus-Jürgen Scherer
Geschäftsführer des Kulturforums der Sozialdemokratie
klaus-juergen.scherer(at)spd.de

 

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